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Installation: About the Natives of Europe

Die Anderen sehen, wie sie im besten Sinnen sein könnten.
230 verborgene europäische Achsen
230 Rollbilder als Objekt und Bild
Beamerprojektionen von 395 Rollbildern aus 18 Städten

Die Performance

In einer Aktion, für eine begrenzte Anzahl von geladenen Teilnehmern, werden alle Rollbilder, die in der Installation körperlich vorhanden sind ausgerollt, nacheinander in Serien als Geheimwissen über das verborgene Andere, vor einem exklusiven Kreis von Betrachtern sichtbar gemacht. Die Teilnehmer werden zuvor zum Stillschweigen verpflichtet über alle Erkenntnisse die die Bilder preisgeben.

Die Inspiration

Vor einigen Jahren sprach ich in einem Café in Berlin Mitte mit einer jungen Australierin über Berlin. Sie war bereits zuvor ein Jahr in der Stadt als Au-Pair in einer deutschen Familie und sprach sehr gut Deutsch. Im Verlaufe des Gesprächs kamen wir auf die Ureinwohner Australiens und ihre Situation zu sprechen.

In dem Zusammenhang fragte sie mich fast konspirativ flüsternd „Henry, was ist mit den Ureinwohnern von hier geschehen? Niemand spricht über sie.“ Erstaunt über die Frage schaute ich sie an, zeigte in die Runde und sagte „Wir alle sind die Ureinwohner“. Sie schaute verdutzt und gab staunend zurück „Wie weit sie sich hier entwickelt haben!“.
Dieses Gespräch mit der jungen Australierin begleitete mich auf allen Reisen durch die Welt und inspiriert mich noch heute über Europa nachzudenken. Wir sind die First Nations, die Natives und nicht selten die Locals in Einem. Das gestaltet unser Verhalten und Denken. Es entspannt und gibt Raum für ein verborgenes Anderes.

Dieses verborgene Andere ist der Kern europäischer Identität. Es verwirrt und vereint alle in Europa lebenden Menschen zugleich. Dieses verborgene Andere durchstreift als offene Frage auch meine Installation About the Natives of Europe.

Zwei europäische Fragen ...

... die mich Europa neu sehen ließen.

1. Die Frage nach dem Europa im Allgemeinen
¸Was ist Europa?’ und ¸Was kann davon verloren gehen?’

•   C.G. Jung empfahl den Europäern Anfang des 20. J.H. dass wenn sie die Frage nach Europa stellen, von einem Wolkenkratzer in New York aus am ehesten eine Antwort sehen.

•   Europäer die heute Europa erkennen wollen haben beste Chancen wenn sie, wie ich es tat, im Viereck von Tel Aviv (Israel), Ramallah (Palästina), Amman (Jordanien) und Damaskus (Syrien) umher reisen. Dort reifte der Gedanke in mir - zu sehen wie sich die sehen die sich nicht sehen können.

2. Frage nach einem Speziellen
¸Worin besteht die Leistung Europas?’


•  Im Viereck von Tel Aviv, Ramallah, Amman und Damaskus reifte in mir zugleich der Gedanke: Darin steckt die Leistung Europas - Die Anderen zu sehen wie sie im besten Sinne sein könnten.

Visuelle und inhaltliche Ästhetik

Durch die traditionell chinesisch/japanisch inspirierten Rollbilder gesehen, gewinnt der außereuropäische Zufluss eindringliche Kontinuität. Heute symbolisiert das Prädikat „Made in China” wie einst „Made in Japan” auf nahezu jedem elektronischen Kommunikationsfenster diese Quelle. Sind sie doch im wahrsten Sinne des Wortes ein „Chinese Framework”.


•   Gezeigt werden 230 Bilder als Rollbilder die in der Installation verborgen sind, ebenso wie die Zukunft der 230 Orte die sie abbilden. Lediglich ihre flüchtige, übergroße, leuchtende Erscheinung der Beamer-Projektion vergewissert das authentisch Wahre in den anwesenden und verborgenen eingerollten Bildern.

•   Gleichsam ist jedes Bild ein dreidimensionales Objekt, entfremdet für europäisch geprägte kulturelle Gewohnheiten. Sie sind leicht, nomadisch und von ihrer traditionellen Verwendung her an saisonale Rituale und Orte gebunden.

•   Es gibt aber keine Gewissheit ob sich die angeblich aus Europa stammenden und eingerollten Bilder tatsächlich in den Rollbildern befinden oder eventuell nur teilweise vorhanden sind, oder gar aus anderen Kulturkreisen legal oder illegal eingeschleust sind. Lediglich die gesellschaftliche Referenz zeugt von der Wahrheit der Aussage und generiert ihre Authentizität.

Materialien der Installation

Rollbilder: Pigment Ink Print, Buche, Kiefer, Kartonrolle
Material des Aufbaus: Stahl, Spritzbeton, Glas, Kunststoff

Den Aufbau vollende ich mit lokalen Materialien am Ausstellungsort. Damit knüpfe ich zwischen Rollbildern und Ausstellungsort eine materielle, spirituelle und authentische Anbindung.

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Beamerprojektion der Rollbilder

•  Projektion von insgesamt 395 Rollbildern in Reihen zu je 5 bis 18 Einzelbildern abhängig von der Größe des Ausstellungsortes

•  Kein Betrachter wird alle Bilder sehen können etwa so wie die europäische Realität ebenso nicht in Gänze zu überschauen ist.

•  Fragmente ziehen langsam am Betrachter vorüber mit Anbindungen an Fremdes und Erinnerungen an gemeinsame Wurzeln.
•  Alle Bilder in der Beamer-Projektion wechseln im Laufe der Ausstellung in langsamen Überblendungen.

•  Standzeit wird je Bild eine Minute betragen.

•  Um so mehr Bilder die Serie hat um so länger ist die Standzeit um so länger die Überblendung. Die Überblendung beträgt proportional 10% der Standzeit.

In Short: About the Natives of Europe - Installation

Mannigfaltigkeiten  1 ? Henry Landers Thema Das verborgene Andere - Die Anderen sehen wie sie sein könnten.
   
Datum
Medium
03/2014
Photographie-Installation
Aufbau Urbane Materialien - Stahl, Spritzbeton, Glas
Rollbilder 230 Rollbilder - Pigment Ink Print, Buchenholz, Kiefernholz, Kartonrolle
Projektion Still-Beamerprojektoren, Projektion von insgesamt 395 Rollbildern aus 18 internationalen Städten, in Reihen zu je 5 bis 18 Einzelbildern abhängig von der Größe des Ausstellungsortes

Preis auf Anfrage


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